Wallfahrt Maria Eck

Krieger- und Soldatenkameradschaften pilgern zum 81. Mal von Siegsdorf nach Maria Eck

 „Unrecht erfordert Widerstand, Recht erfordert Beistand“, so begann der stellvertretende Landrat und Bürgermeister der ausrichtenden Marktgemeinde Grassau, Stefan Kattari (SPD), sein Grußwort im Rahmen der 81. Wallfahrt des Gauverbands der Krieger und Soldatenkameradschaften des Chiem- und Rupertigaus nach Maria Eck.

Die Wallfahrt startete mit der Begrüßung der Teilnehmer am Kriegerdenkmal in Siegsdorf durch Gauvorsitzenden Anton Linner. Darunter waren auch Vertreter der Vereinigten Krieger und Soldatenkameradschaften im Rupertiwinkel um Vorsitzenden Stefan Fritzenwenger und eine Abordnung des Kreisverbindungskommandos Traunstein um Oberstabsfeldwebel Holger Knuth. Linner und sein Stellvertreter Markus Schupfner legten am Kriegerdenkmal einen Kranz nieder. Die Grassauer Blasmusik spielte dazu das „Lied vom Guten Kameraden“, und die Fahnen senkten sich

In einem langen Zug zogen die Mitglieder der Krieger- und Soldatenkameradschaften im Chiem- und Rupertigau am Sonntag bei schweißtreibenden Temperaturen von Siegsdorf hinauf nach Maria Eck.

Im Anschluss stellten sich die Teilnehmer zur Wallfahrt auf und zogen betend die fünf Kilometer nach Maria Eck hinauf, bei schönstem Wetter eine schweißtreibende Angelegenheit. Oben angekommen, zelebrierte der Grassauer Pfarrer Andreas Horn zusammen mit dem Guardian des Klosters, Bruder Markus, am Freialtar die Messe. In seiner Predigt ging Letzterer vor allem auf den Frieden ein, der nicht von selber komme, sondern in vielen kleinen Schritten erarbeitet werden müsse – vergleichbar mit der Wallfahrt von Siegsdorf nach Maria Eck: Es seien viele Schritte dazu nötig, ab und zu müsse ein Berg bezwungen werden – und wenn man nicht weiterkann, muss eine Pause gemacht werden, um neue Kräfte zu schöpfen. Ausführlich ging Bruder Markus auch auf den aktuellen Umgang mit uniformierten Kräften von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdiensten ein, die immer öfters angegriffen werden, obwohl sie für Recht, Gesetz und die Sicherheit der Bevölkerung im wahrsten Sinne des Wortes Kopf und Kragen riskieren.

In seinem Grußwort forderte Kattari die Anwesenden auf: „Wer Verbrechen erkennt, muss dagegen zu handeln.“ Als Enkel von Vertriebenen habe er zwar von Krieg und Vertreibung selbst nichts miterlebt, aber er kenne die Geschichten und Erzählungen seiner Großeltern. Die Kriegerwallfahrt sei seit vielen Jahrzehnten ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit – und ein sicheres Zeichen, dass das Traditionsbewusstsein und der Wunsch nach Frieden immer noch aktuell seien. Dem schloss sich der Vorsitzende der SKK Grassau, Martin Maier, an. Mit der Wallfahrt setzten die Kameradschaften ein Zeichen für Frieden, Versöhnung und Erinnerung und wendeten sich gegen Hass, Fanatismus und Gewalt: „Keiner, der je einen Krieg erlebt hat, wünscht sich einen!“


Linner rief zum Gedenken an alle gefallenen, vermissten und verstorbenen Mitglieder der Vereine auf – besonders derer, die seit der Wallfahrt 2025 verstorben sind, sowie aller Opfer von Terror und Gewalt. Auch der Soldaten der Bundeswehr und aller anderen Einsatzkräften, die im In- und Ausland verunglückt sind, und der Opfer in der Ukraine, in Israel und in allen anderen Konflikten auf der Welt wurde gedacht. Mit dem „Lied vom Guten Kameraden“ und der „Bayernhymne“ wurde dann die Wallfahrt beendet.

Bericht aus PNP.de