Soldaten- und Kriegerwallfahrt nach Maria Eck

Der Friede ist das höchste Gut

Groß war am gestrigen Sonntag die Beteiligung an der 66. Gauwallfahrt der vereinigten Soldaten- und Kriegerkameradschaften aus dem Chiemgau und dem Rupertiwinkel nach Maria Eck. 40 Vereine zogen mit ihren Fahnenabordnungen von Siegsdorf hinauf zur Wallfahrtskirche, viele Bürger aus der Region, aber auch Urlaubsgäste säumten die Straßen. In diesem Jahr war die Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Staudach-Egerndach der Ausrichter der Wallfahrt.

Unterhalb der Kirche in Maria Eck zogen die Vereine mit ihren Fahnenabordnungen auf das Gelände mit dem Freialtar. Gauvorstand Michael Bernauer machte in seiner Begrüßung am Kriegerdenkmal vor der Pfarrkirche in Siegsdorf deutlich, dass man in der vereinigten Soldaten- und Kriegerkameradschaft sowohl zurückschaue, als auch den aktuellen Bezug zu den derzeitigen Einsätzen der Bundeswehr suche. „Wir stehen hier, um aller Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege sowie der gefallenen Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz zu gedenken.“ Am Kriegerdenkmal wurde ein Kranz niedergelegt.

Viele Teilnehmer gingen nach dem Totengedenken anschließend den Wallfahrtsweg nach Maria Eck hinauf. Der Einkehr in den „Klostergasthof“ folgte unter musikalischer Begleitung der „Jungen Schlechinger Alphorn- und Weisenbläser“ die Aufstellung unterhalb der Wallfahrtskirche. Gemeinsam zogen die Geistlichkeit, die Fahnenabordnungen der Vereine sowie die musikalisch den Ton angebende „Schlechinger Dorfmusik“ auf das Gelände vor den Freialtar.

Guardian Bruder Christian sagte zu Beginn des Gottesdienstes, dass es manchmal gut sei, mit alten Traditionen zu brechen, und spielte dabei auf das sonnige Wetter an: „Nachdem es bei den letzten zwei Wallfahrten geregnet hat, haben wir jetzt viel Sonnenschein.“

In dem Gottesdienst, den unter anderem auch Pfarrer Lothar Brähler aus Fulda mitgestaltete, der derzeit in der Region Urlaub macht, ging Pfarrer Andreas Horn vom Pfarrverband Grassau auf das sonntägliche Evangelium ein, in dem Jesus Christus das Gleichnis vom Säman erläuterte. Das Reich Gottes wachse aus sich heraus, weil es „in sich gut ist.“ Das christliche Evangelium sei der „Gegenentwurf zu Krieg und Gewalt“. Es sei mit seiner Versöhnungsbotschaft und dem Gebot der Nächstenliebe ein „tragfähiger Grund, auf dem gutes Wachsen kann“, so der Pfarrer. Den christlichen Glauben gelte es genauso hoch zu halten wie die Fahnen, die die Vereine zur Wallfahrt mitgebracht hätten.

Pfarrer Horn sagte, es sei wichtig, dass an die Schrecken des Krieges erinnert werde. Es müsse alles getan werden, dass Kriege künftig verhindert werden könnten. Der KSK komme dabei eine wichtige Rolle zu.

Hans Pertl, Bürgermeister von Staudach-Egerndach, sagte, dass man mit dieser Wallfahrt auch ein „Bekenntnis für Frieden und Freiheit“ abgelegt habe. Man gedenke der Menschen, die durch das Unvermögen von verantwortlichen Staatsmännern, den Frieden zu gestalten und zu bewahren, ihr Leben verloren hätten. Er erinnerte an die deutschen und ausländischen Soldaten, die in Afghanistan ihren Dienst versehen würden. „Ich habe immer gehofft, dass nie mehr der Name eines deutschen Soldaten auf ein Kriegerdenkmal gemeißelt werden muss.“ Dies sei leider nicht so.

Vor dem Singen der Bayernhymne und dem abschließenden Auszug sagte Gauvorstand Bernauer, dass die KSK der Gefallenen gedenken, zum Frieden mahnen und ein Bekenntnis zur Geschichte ablegen wollten.  Mit dem Leitspruch der Krieger- und Soldatenkameradschaften  „In Treue fest“ schloß Bernauer die Wallfahrt.

Bericht aus ovb-online v. 11.07.2011