„Arbeit für Frieden muss weitergehen“
„Solange die Menschen glauben, dass politische, wirtschaftliche oder religiöse Konflikte mit Waffengewalt gelöst werden können wie in Afghanistan, Libyen und anderen nordafrikanischen Ländern, muss die Arbeit für den Frieden weitergehen.“ Diese Auffassung vertrat der Vorsitzende der Krieger- und Soldatenkameradschaften (KSK) des Chiem- und Rupertigaus, Michael Bernauer, in der Generalversammlung im Gasthof „Ott“.
Frieden sei keine Selbstverständlichkeit. „Politisches Machtstreben, Gewaltherrschaft und Menschenrechtsverletzungen sind keineswegs von unserem Globus verschwunden“, sagte der Vorsitzende. Die Arbeit für den Frieden müsse weitergehen. Nach wie vor nötig seien die Gedenkfeiern an den Jahrtagen und am Volkstrauertag, aber auch die Wallfahrten nach Maria Eck und auf die Kampenwand. Bernauer: „Praktizieren wir Geschlossenheit im friedlichen Miteinander, leben wir in Dankbarkeit und Demut, zeigen wir, dass Kameradschaft und Wertschätzung zu jeder Zeit notwendig sind.“
In seinem Tätigkeitsbericht ließ Bernauer das vergangene Jahr Revue passieren.
Hermann Neumayer, Vorsitzender der Soldaten-, Krieger- und Reservistenkameradschaft Staudach-Egerndach, hieß die rund 170 Vereinsvertreter der Gauvereine willkommen. Er dankte Pfarrer Andreas Horn für dessen einfühlsame Predigt im Gottesdienst, der der Versammlung vorausgegangen war. Neumayer berichtete, dass der Staudacher Verein 1904 gegründet worden sei. Zurzeit habe er 114 Mitglieder. Heuer dürfe die KSK Staudach-Egerndach die Wallfahrt nach Maria Eck ausrichten.
Stellvertretender Landrat Herbert Häusl sagte, dass die Kameradschaften einen wichtigen Beitrag zur Friedenssicherung leisten, indem sie an die schrecklichen Folgen der Kriege erinnern. Besondere Achtung habe er vor den Zeit- und Berufssoldaten, die in der Welt „ihren Kopf hinhalten“.
Bürgermeister Hans Pertl stellte seine Gemeinde Staudach-Egerndach vor. Oberstleutnant a.D. Erwin Wudtke demonstrierte „zivil-militärische Verbundenheit“. Die Aufgabe der Bundeswehr werde nicht leichter, man stehe vor einem erneuten Prozess der Transformierung.
Der Gauvorstand des Rupertigaus, Peter Morawietz, und Pius Graf von der Interessengemeinschaft Rosenheim stellten sich gegen das Vergessen und lobten die Zusammenarbeit der Verbände. Toni Eckart vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge lobte den Einsatz der Vereine im Rahmen der Sammlungen. Er hob hervor, dass das Sammelergebnis im Bezirk Oberbayern überwältigend sei. Mit einem Ergebnis von über 800000 Euro stehe man jährlich an der Spitze.
Schriftführer Lorenz Plenk erinnerte an die Arbeit des Verbandes, Georg Steiner legte seinen Kassenbericht vor. Ihm wurde von den Kassenprüfern Nikolaus Weisser und Georg Angerer eine einwandfreie Kassenführung bescheinigt.
Schließlich ging Gauvorsitzender Bernauer auf die künftigen Termine ein und berichtete, dass am 29. Mai das 175. Gründungsfest der KSK Surberg gefeiert werde. Die Wallfahrt nach Maria Eck sei am 10. Juli, die Wallfahrt auf die Kampenwand folge am 28. August.
Besonders stolz zeigte sich Bernauer, dass zu den bislang 43 Vereinen im Gau nun drei weitere hinzukommen: die KSK Emertsham, die KSK Peterskirchen und die KSK Kienberg. Auch informierte er, dass im kommenden Jahr Neuwahlen anstehen.
Jeder Verein kann selbst entscheiden
Die Mitglieder diskutierten, ob in die Kameradschaften auch Personen aufgenommen werden, die nicht im Krieg und nicht gedient haben, aber mit den Kameradschaften sich verbunden fühlen. Laut Bernauer kann dies jeder Verein handhaben, wie er das will. Langfristig werde man aber nicht umhinkommen, auch passive Mitglieder aufzunehmen. tb
Bericht aus ovb-online v. 12.04.2011