Kreuz als „Botschaft vom Frieden“
„Jahr für Jahr werden es weniger Menschen, die noch Zeugen der Zeit des großen Weltkrieges sind. Wir denken hier auf der Kampenwand nicht nur an die Opfer der Weltkriege, sondern auch an unsere Soldaten in den Krisengebieten in aller Welt“, so Bürgermeister Klaus Daiber aus Bernau bei der Gedenkfeier für die Gefallenen des Chiemgaus.
Asch
au/Frasdorf/Bernau – „Fast 50 Soldaten der Bundeswehr mussten im Einsatz bereits ihr Leben lassen; mögen die Verantwortlichen erkennen, dass der Friede das höchste Gut in unserer Zeit sein muss.“ Die Gemeinde Bernau richtete in diesem Jahr die 61. Gedenkveranstaltung zu Füßen des Kampenwandkreuzes aus. „Wir brauchen heute kein zweites Kreuz auf dem Altar“, so Pfarrer Josef Bacher aus Bernau, der den Gedenkgottesdienst zelebrierte. „Das Kreuz sendet seine Botschaft vom Frieden Tag für Tag ins Land hinaus und heute Nacht konnte jeder den strahlend hellen Punkt bis weit ins Land hinein sehen.“ Die Heimkehrer aus den Kriegen des 20. Jahrhunderts sahen bei ihrer glücklichen Rückkehr aus Krieg und Gefangenschaft als erstes die vertrauten heimischen Berge, als äußeres Zeichen des Zusammenhaltes und des Erinnerns bauten sie 1950 das Kreuz auf den Ostgipfel des markantesten Berges im Chiemgau – die Kampenwand. Das „Chiemgaukreuz“ ist mit zwölf Metern Höhe und 54 Zentnern Gewicht das größte eiserne Gipfelkreuz in den Bayerischen Alpen. Bronzene Gedenktafeln erinnern an die Gefallenen von 58 Gemeinden der beiden Landkreise Rosenheim und Traunstein.
Zum 61. Mal trafen sich die Veteranen- und Traditionsvereine zur Gedenkmesse für die gefallenen und vermissten Soldaten der Region. Die Gedenkwallfahrt ist bisher noch niemals ausgefallen und wurde bei jedem Wetter durchgeführt,so auch in diesem Jahr: bei kaltem, schneidendem Wind kamen in diesem Jahr jedoch nur wenige Gottesdienstbesucher mit der Bergbahn oder wanderten zu Fuß auf die Kampenwand. Knapp 80 Fahnenabordnungen fanden sich an der Kriegerkapelle „Maria – Königin des Friedens“ oberhalb der Steinlingalm ein. Zahlreiche Ehrengäste, darunter die CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, die SPD-Landtagsabgeordneten Maria Noichl und ihr CSU-Kollege Klaus Stöttner, waren unter den Gästen. Gemeinsam legten die beiden Vorsitzenden der Dachverbände der Veteranenvereine aus Rosenheim und Traunstein, Pius Graf und Michael Bernauer, zu den Klängen des Liedes „vom guten Kameraden“ einen Kranz zum Gedenken an die Gefallenen des Chiemgaus nieder. Musikalisch wurde der Gedenkgottesdienst von der Musikkapelle Bernau und den Aschauer Alphörnern umrahmt. Die Gebirgsschützenkompanie Aschau unter Führung von Hauptmann Hubert Stein schoss den Ehrensalut.
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